MORZINPLATZ
Start: Parkbank Morzinplatz
Ende: Mahnmal Morzinplatz
„Der Morzinplatz“ erkundet die wechselseitige Geschichte eines
auf den ersten Blick unscheinbaren Wiener Ortes und legt verborgene Schichten
der Wiener Stadtgeschichte frei.
Download Audio-Guide Morzinplatz
im mp3 Format hier (bitte rechte Mouse-Taste drücken und
mittels 'speichern unter' das File herunterladen)
Download der Stadtkarte
Morzinplatz im pdf-Format hier

Route/Wegbeschreibung:
Der Audioguide beginnt auf einer Parkbank
im Areal zwischen Ruprechtkirche und Tankstelle (mit Blick auf den Leopold-Figl-Hof).
Die Route führt dann rechterhand des Figl-Hofes auf seine Rückseite
in die Salztorgasse 6
.
Von dort weiter um den Figl-Hof wieder an seine Vorderseite zurück zum
Mahnmal am Morzinplatz
,
Ecke Franz-Josefs-Kai (wieder mit Blick auf den Leopold-Figl-Hof).
INFORMATIONEN ZU DEN BESUCHTEN ORTEN:
MORZINPLATZ
Am Morzinplatz stand einst das Hotel Metropole. An Stelle des abgebrannten Treumanntheaters
war es nach den Plänen von Ludwig Tischler und Carl Schumann für die
Weltausstellung 1873 errichtet worden.
Von 1938 bis 1945 (Standort heutiger Figl-Hof) befand sich am Morzinplatz die
Gestapo-Leitstelle Wien. Die im ersten Stock an einem Balkon des dem Denkmal
gegenüberliegenden Leopold-Figl-Hofes angebrachte Fries von Emil Roth weist
mit der für ein Wohnhaus ungewöhnlich drastischen Darstellung von
Galgen, Schafott und Häftlingen sowie den in lateinischen Buchstaben geschriebenen
Jahreszahlen 1938/1945 auf den Naziterror hin.
An der Rückseite des Gebäudes, in der Salztorgasse 6, befindet sich
die Gedenkstätte für die Opfer des österreichischen Freiheitskampfes.
Der Eingang des 1968 errichteten Gedenkraumes befindet sich fast genau an der
Stelle, wo früher der Hintereingang in das ehemalige Gestapogebäude
war.
Auch das Dokumentationszentrum, das Simon Wiesenthal 1961 als Nachfolgeorganisation
der Jüdischen Historischen Dokumentation in Linz gründete, ist in
diesem Haus untergebracht. Hauptaufgabe ist die Suche nach Naziverbrechern bzw.
nach Dokumenten und Zeugen, um deren gerichtliche Verfolgung zu ermöglichen.
Simon Wiesenthal gelang es, im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit
rund 1000 Naziverbrecher auszuforschen.
Am Morzinplatz befindet sich heute auch das von Leopold Grausam jun. 1985 gestaltete Denkmal. Mit der traditionellen Formel der Vergangenheitsbewältigung „Niemals vergessen“ und der Bronzefigur eines KZ-Häftlings, der aus einem Gefängnis schwerer, sich übereinander türmender Steinblöcke hinaustritt, erinnert das Denkmal an Naziterror und Konzentrationslager. Auf eine Problematik der Gedenkkultur, das Vergessen der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus, verwies eine im Jahr 1999 auf Initiative des „Schwulen- und Lesbenforums“ erfolgte künstlerische Intervention: Quer über die beiden surreal wirkenden Betonohren vor dem Denkmal, bei denen es sich um Kranzhalter handelt, wurde ein wachsüberzogener Bronzebalken gelegt. Dem Betrachter wurde der Zutritt symbolisch verwehrt, ebenso wie der Gefangene am Verlassen des steinernen Gefängnisses verhindert wurde.
Mehr:
Über die Diskussion eines geplanten Mahnmales für homosexuelle Opfer
am Morzinplatz:
„Verwirrung um Wiener Homosexuellen Mahnmal“ (Die Presse): http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/399467/index.do
Marty Huber „Hurra, ein pinkes Pinkelbecken! Zum Denkmal für lesbischwule und transgender Opfer des Nationalsozialismus in Wien“: http://igkultur.at/igkultur/kulturrisse/1158853565/1158929387
Quelle(n):
Erich Klein: Falter city walks. Denkwürdiges Wien. Gehen & Sehen. 3
Routen zu Mahnmalen, Gedenkstätten und Orten der Erinnerung der Ersten
und Zweiten Republik. Wien, 2004.
Matthias Settele: Denkmal. Wiener Stadtgeschichten. Vom Walzerkönig bis zur Spinnerin am Kreuz. Wien, 1996.
Michaela Feurstein/Gerhard Milchram: Jüdisches Wien. Stadtspaziergänge. Wien, Köln, Weimar, 2001.
Praktische Hinweise:
Wir empfehlen die Verwendung von qualitativ hochwertigen Kopfhörern, die
beide Ohren ganz umschließen. Bitte nehmen Sie sich genug Zeit für
- und zwischen den - einzelnen Audio-Guides. Sie erfordern ein hohes Maß
an Konzentration.
Die für das Projekt „Hörspuren" verwendeten Interviews
mit ZeitzeugInnen sind unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen entstanden.
Aufnahmezeit & -ort, sowie das verfügbare Equipment beeinflussen die
technische Qualität dieser Tondokumente. Aufgrund der spezifischen Interviewsituation
sind mitunter auch Nebengeräusche wie Klopfen, Händereiben und dergleichen
zu hören.